Mit Worten malen – Das Vorwort

Kurze Momente des Lebens.

Malen. Ich möchte mit Worten malen. Bunte Bilder, einfarbige Bilder. Fröhliche und nachdenkliche Bilder. Momentaufnahmen wie ein Foto, wie eine kurze Filmsequenz. Ich möchte diese Momente dehnen, um sie im Kopf beim Lesen, beim Zuhören dreidimensional werden zu lassen. Ich möchte die Zeit raffen, um Wichtiges zu unterstreichen. Ich möchte die Sinne ansprechen, um hören, riechen, tasten, schmecken,  sehen, spüren zu können.

Ich möchte auch Bilder malen, die zum Nachdenken anregen sollen. Dabei kommen auch Erinnerungen auf. Erinnerungen an ganz kurze Momente. Erinnerungen, die durch Begegnungen und Situationen hervorgerufen werden, für einen kurzen Moment wieder aufleben, bevor sie im Speicher des Gehirns wieder säuberlich eingeräumt werden.

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Liebe Leser,

dieser Blog bekommt dreimal pro Woche eine neue Geschichte,  dienstags, donnerstags und am Sonntag, jeweils um 19:52h. Dieser Blog ist leise und liest sich nicht in Sekunden. Dieser Blog ist kein Social Media, er braucht ein wenig Zeit.  Es wird keine Fotos geben, die Bilder sollen von selber entstehen. Und, ich freue mich, liebe Leser, und natürlich liebe Leserinnen, über Eure Kommentare.

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Die Frau in Lila.

Sie tritt hinaus aus dem Haus in die Kühle des jungen Herbsttages. Die Sonne blinzelt zwischen den Ästen der Bäume hindurch. Es ist Sonntag, acht Uhr morgens. Fast mag sie die Autotür nicht zuschlagen aus Furcht, jemanden unsanft zu wecken. Bei einem alten Auto machen Türen und Kofferraum nun mal etwas mehr Lärm, bis sie geschlossen sind. Leise fährt sie an.

Die Hauptstraße des Dorfes führt auf der einen Seite an einer Pferdewiese entlang. Auf ihr stehen ein paar Pferde, sie ruhen noch. An dem der Wiese zugewandten Straßenrand läuft eine Frau mittleren Alters entgegen der Fahrtrichtung. Sie ist mit einem eleganten, leuchtend lilafarbenen Overall, einem dünnen grauen Jäckchen, einer Abendtasche und recht hochhackigen, der Situation nicht gerade angemessenen Schuhen gekleidet. Während sie erstaunlich schnell läuft, tippt sie etwas in ihr Handy ein.

200 Meter weiter steht ein Haus. Es ist ein etwas größerer, sogar recht stattlicher, moderner Bungalow. In der Einfahrt zum Grundstück steht ein Mann. Sein weißes Hemd mit offenem Kragen hängt ihm aus der schwarzen eleganten Hose. Hosenträger baumeln ihm rechts und links vom Hosenbund längs der Oberschenkel herab. Sein ergrautes Haar ist zerknautscht, die Hände hat er in den Hosentaschen vergraben. Er schaut der Frau hinterher, regt sich aber nicht. Sein Blick scheint ins Leere zu gehen.

Dankbar sein

Den Wecker morgens früher stellen, beim Wecken den Snooze-Knopf drücken und ein sanftes Licht anknipsen. Dankbar sein für weitere 8 Minuten Ruhen, ein sauberes und warmes Bett, für Gesundheit, Frieden und Freiheit. Gedanken einfach kommen und fließen lassen. Es genießen, sie einfach wieder vergessen zu dürfen. Dankbar sein, lieben zu dürfen und geliebt zu werden. Einen dieser geliebten Menschen neben sich zu haben, seinen Atem zu hören, die Hand auf ihn zu legen, sich vor dem Aufstehen noch einmal ankuscheln zu dürfen.

Zusammen

Es duftet aus dem Haus köstlich nach Kaffee, dann wieder nach Rouladen und Rotkohl. Gespräche, die ab und zu auch von einem Lachen begleitet werden, wehen durch den Garten. Die elektrische Heckenschere ist unermüdlich im Einsatz und zerreißt mit ihrem nervtötenden Lärm den sonnigen Tag. Rauchpausen werden eingelegt, wo die beiden sich zusammensetzen und Kaffee trinken. Wenn er dann von „Püppchen“ spricht, wird seine sonst raue und laute Stimme ganz sanft. Seine blassen, zusammengekniffenen Augen, die eine undefinierbare Farbe haben, schauen dabei in eine leere Ferne. Wenn er von Püppchen spricht, spürt man den weichen, zärtlichen Kern, der hinter einer vernarbten und harten Schale steckt. Er ist ein alter Seemann, brummig und eigen, der gerne seinen Zorn in die Welt donnert.

Er hat seine Püppchen aufopfernd gepflegt, bis sie nach langer und elender Krankheit gestorben ist. Er hat alles für sie getan was er konnte, ihr alles ermöglicht, was in seiner Macht stand. Er ist umgezogen mit ihr, in eine Wohnung im Erdgeschoss, damit sie es besser hatte, aus dem Fenster ins Grüne schauen konnte und er sie nicht mehr die Treppen hochtragen musste. Er hätte ihr doch dabei weh getan. Aber es hätte alles nichts genützt, alles nichts genützt. Dabei hätte sie sich doch schon wieder ein wenig erholt. Aber alles war umsonst. Hätte er sie denn sterben lassen sollen damals, ermorden? Hätte er die Entscheidung treffen sollen, sie nicht an Schläuche zu legen?  Das konnte er nicht! Das konnte niemand von ihm verlangen, als ihn damals der Arzt gefragt hatte, was sie tun sollen. So hat er sie zwei Jahre gepflegt, keinen an sie herangelassen. Sie hätten ihr doch nur weh getan und wussten nicht, was ihr gut tut. Wie sie sie schon im Krankenhaus behandelt haben, das war das Letzte! Dort wäre sie doch gestorben!

Er ist verbittert, das Lachen fällt ihm sehr schwer. Er versucht, so viel wie möglich zu arbeiten, obwohl er es nicht braucht, das Geld. Er ist ein geschickter Handwerker und kann eigentlich alles, was in Haus und Garten so anfällt. Er hat noch viel Kraft, der alte Seebär, der seit seinem 13. Lebensjahr zur See gefahren ist und seine Püppchen in ihrem gemeinsamen Nest behütet hat. 52 Jahre lang.

Die alte Dame, mit der er gerade eine Zigarette raucht und Kaffee trinkt, lebt alleine … weil sie es so will. Sie will ihre Eigenständigkeit erhalten, so lange es nur irgendwie geht. Auch wenn sie manchmal an ihren Schmerzen verzweifelt. Einsam fühlt sie sich nicht, aber oft allein. Dabei hat sie so gerne Gesellschaft, viele Menschen um ihren Tisch herum. So wie früher, als alle noch zu ihr kamen. Das ist leider so viel weniger geworden. Warum soll sie noch großartig kochen, wenn es niemanden gibt, der mit ihr isst. Wenn die Menschen nicht mehr um ihren Tisch sitzen und bei einem guten Essen viele Stunden bei ihr verbringen? Deswegen tut sie es kaum noch, was ihr aber auch fehlt.

Sie liebt ihren großen Garten, der für sie eine der Quellen ihres Glücklichseins ist. Sie liebt die vielen Vögel, die Spatzen, Amseln, Meisen und Schwalben, die ihr täglich Gesellschaft leisten. Die Vögel haben eine große Wasserschale, die immer gefüllt ist und auch im Sommer aufgeschnittene Äpfel und Vogelfutter. Doch sie kann den Garten nicht mehr ganz alleine bewältigen.

Die Gesellschaft des anderen für einen Tag tut ihnen beiden gut. Sie hat für jemanden etwas zu essen gemacht, er findet Linderung für seine Trauer bei der Gartenarbeit. Sie hat Unterstützung bei der Gartenpflege, für ihn wird etwas Leckeres gekocht. Sie hat Gesellschaft, er auch. Er hat jemanden zu reden, sie hört ihm zu oder tut zu mindestens so. Er will arbeiten, sie möchte, dass er Pausen macht. Sie streiten sich, als es ans Bezahlen seiner guten Arbeit geht. Er berechnet seine Stunden ihrer Meinung nach zu knapp. Sie möchte ihn großzügig entlohnen. Sie tätschelt dabei seine bärtige Wange und er muss gehorchen. Schließlich ist sie drei Jahre älter als er. Er gehorcht.

Sie haben sich erneut verabredet. Im Frühjahr wird er ihr wieder im Garten helfen.

Wassertropfen

Mit dem Finger streicht das Mädchen an dem weichen hellgrauen PVC-Belag entlang, der über ihr die Decke ihrer Koje auskleidet. Sie liegt noch in ihren Schlafsack eingemummelt, der von außen klamm und kalt ist. Neben ihr schläft ihr Bruder. Durch ein kleines Bullauge über ihnen schaut das Tageslicht herein. Es schaukelt leicht, draußen gluckert das Wasser an der Bootswand. Der Wind erzeugt ein helles, metallisches und regelmäßiges Klicken, Klingeln und Schlagen an den Masten. Sie mag diese Geräusche.

An der Verkleidung hängen Wassertropfen, die beim Berühren auf ihr Gesicht und ihre Haare fallen. Das kitzelt. Langsam fährt sie mit dem Finger weiter in Richtung Bruder. Die Tropfen fallen auf der ganzen Strecke. Nun treffen sie ihren Bruder, was sie zum Lachen bringt. Sie zieht über ihm Kreise. Es tropft. Er wacht auf, erschreckt sich natürlich und protestiert. Sie gackert vor Freude und wieder mal ist die herrlichste Geschwisterkabbelei in Gange.

NO – ON

Auf dem Boden liegt ein großes Blatt Papier vom Flipchart. Es  entspricht in etwa dem Format DIN A1. Die kulturell und sprachlich sehr gemischte Lerngruppe steht aufgeteilt neben den beiden Breitseiten des Papierbogens. Noch ist er von der unbeschrifteten Rückseite zu sehen. Es wird gescherzt, was jetzt wohl passieren wird, die Spannung auf das Kommende ist zu spüren.

Der Bogen wird umgedreht. Darauf steht mit großer Druckschrift geschrieben:

NO – 9

Oder ist es:

6 – ON

Was ist die Wahrheit? Was stimmt? Was ist richtig? Ein Schüler sagt, seine Gruppe hätte recht, denn von der anderen Seite betrachtet, würde es kein „N“ sein. Es wäre falsch herum und man könne das Wort nicht lesen. Eine laute und erregte Diskussion entsteht über das, was die Schüler sehen und dabei empfinden.

Die Schüler werden nun eingeladen, die Seiten zu wechseln. Das Erstaunen über die unterschiedliche Wahrnehmung und Interpretation dessen, was gesehen wird und gesagt wurde, steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Die heutigen Gespräche über die unterschiedlichen Eigenschaften und Einstellungen der Menschen verläuft heute mit viel mehr Respekt, Akzeptanz und Wohlwollen.  

Zahlen, Daten, Fakten

21 Menschen, 8 Nationalitäten.

Von: 13 bis: 51 Jahre alt.

Von: Analphabet bis vor drei Jahren und die Muttersprache weder schreiben noch lesen können, dafür aber in Deutsch alphabetisiert sein

Über: nie eine Schule besucht

Bis zu: studiert mit Abschluss und lange Jahre gearbeitet.

Ihre Deutschkenntnisse von: Seit vier Monaten

Bis: drei Jahre schon Deutsch lernen.

Ihre Charaktere von: Recht selbstbewusst und immer zu Scherzen und Neckereien aufgelegt,                     

Über: sehr freundlich und still

Bis zu: schweißgebadet am ganzen Körper, wenn man sie anspricht.                         

Von: Sehr offen gegenüber den menschlichen Unterschieden und Eigenschaften

Bis zu: nur das, was ich gelernt habe, ist doch eigentlich richtig, oder?

Von: Religion praktizierend, am Freitagsgebet teilnehmend und Kopftuch tragend

Über: natürlich esse ich Schweinefleisch, trinke Alkohol, trage kurze Röcke und habe einen Freund

Bis zu: Religion ist mir vollkommen egal.

Ihr Gesichtsausdruck:

Wenig verstehen und ausdrücken zu können, gibt allen Menschen den gleichen fragenden Blick. Es ist spannend, wie sich der Ausdruck in ihren Gesichtern ändert, wenn sie  ihre Muttersprache sprechen, alles verstehen und ausdrücken können.

Alle zusammen sind eine lernbereite, fröhliche, immer lachende, ständig lärmende, sich gegenseitig unterstützende und respektierende, überwiegend hilfsbereite und mitfühlende, ja freundschaftlich gesinnte Lerngruppe. Alle wollen gemeinsam eins erreichen: Deutsch lernen, um arbeiten und für sich selbst verantwortlich sein zu können und in Frieden und in Freiheit leben.

Die Tante

Ein braunes Tablett aus Kunststoff, darauf eine kleine weiße Teekanne, ein Frühstücksteller, eine Tasse mit Untertasse und Teelöffel, ein Messer. Das Tablett steht jeden Abend vorbereitet in der alten Gutsküche auf der Anrichte. Morgens, bevor das Haus erwacht, macht sie sich mit dem Tauchsieder Wasser heiß, gießt es auf Teebeutel, deren Schildchen an weißem Faden aus der Kanne  heraushängen. Sie gibt eine Zitronenscheibe in die Teetasse, bestreicht eine oder zwei Scheiben Roggenfeinbrot – das mit der glänzenden Brotrinde – mit Butter und Konfitüre. Außer ihr ist noch keiner aufgestanden.

Dann nimmt sie das Tablett, geht die breite, mit rotem, dickem Teppich belegte Treppe hoch. Sie setzt sich auf eine der obersten Stufen, genau vor das Schlafzimmer ihrer Mutter, um zu frühstücken. Alleine. Die Mutter schläft noch. Sie ist das jüngste von fünf Mädchen und die letzte, die noch Zuhause wohnt. Sie geht ja auch noch zur Schule. Ihre Mutter war nie die warmherzigste zu ihnen. Eher war sie die Grande Dame, die zwar fünf Töchtern das Leben geschenkt hatte, sie aber nie groß bemuttert hat. Irgendwie waren die Mädchen durch die vielen Menschen, die immer im Haus waren, betreut worden. Kinderschwestern, Dienstmädchen, vieleTanten, Kriegsflüchtlinge, andere Verwandte, die bei ihnen Zuflucht und Nahrung gefunden hatten in harten Zeiten. Und sie war die letzte, das Nesthäkchen aus der Nachkriegszeit. Und alleine, denn die vielen Menschen waren nach dem Krieg wieder weg, das Hauspersonal verringert worden. Ihre kleine Nichte, die auch ihre kleine Schwester hätte sein können, stand dann, wenn sie bei den Großeltern zu Besuch war, auch auf und setzte sich im Schlafanzug und mit kalten Füßchen neben ihre Tante, zu der sie bewundernd aufschaute. Manchmal biss sie von ihrem Frühstücksbrot ab und trank einen Schluck heißen Tee. Dann musste sich die Tante beeilen, der Schulbus kam ins Dorf, um die wenigen Schüler einzusammeln.

Das kleine Mädchen, es spürte die große Einsamkeit, die ihre Tante in diesem großen Haus umgab.

Die Nachbarin

Der Vorhang wird mit Schwung aufgezogen, das Fenster im Obergeschoss geöffnet. Die selbst beim Putzen immer perfekt frisierte und mindestens mit dunklem Lippenstift geschminkte Nachbarin hält ihren regenbogenfarbenen Polyesterstaubwedel mit schwarzem Stiel aus dem Fenster, klopft ihn genau dreimal an der Gaube ab und holt ihn wieder rein. Sie schließt das Fenster, zieht mit ebensolchem Schwung den Vorhang wieder zu. Etwa drei Minuten später öffnet sie den Vorhang wieder energisch, öffnet das Fenster, hält den Staubwedel raus, klopft ihn dreimal ab, holt ihn wieder rein, schließt Fenster und Vorhang. So geht es eine gute halbe Stunde weiter, jeden Sonntagmorgen zwischen 9:30h und 10:00h.

Vom Frühstückstisch in der Küche beobachtet er dieses wöchentliche Schauspiel. Fast richtet er  seine morgendliche Mahlzeit danach aus, um dieses für ihn unverständliche Verfahren zu beobachten. Was mag die Nachbarin wohl abstauben? Warum lässt sie das Fenster nicht auf,  zwischen ihren Staubwedelausklopfmomenten? Warum öffnet sie ihr Fenster niemals länger als diese 5 Sekunden zum Lüften?  Am liebsten würde er bei ihr mal Mäuschen spielen.

Im Luxuskaufhaus

Verzückt dreht und wendet sich eine Frau vor dem großen Spiegel eines Luxuskaufhauses. Ihr puppenhaftes Aussehen verrät den vermutlich häufigeren Besuch eines so genannten Schönheitschirurgen und lässt Ihr wirkliches Alter offen. Das Kleidungsstück, das sie anprobiert, muss wichtig für ihr Aussehen sein, so lange und intensiv betrachtet sie sich im Spiegel. Sie wiegt ihre Hüften vor und zurück, macht mit ihren aufgespritzten Lippen einen Kussmund, kneift die Augen zusammen, stößt Laute der Zufriedenheit aus. Dann öffnet sie das Kleidungsstück, schließt es wieder und betrachtet sich über die Schulter – soweit es möglich ist – von hinten. Sie verwuschelt ihr kurzes Haar, hält es kurz in beiden Händen und lässt es dann wieder glatt hängen. Eine geduldige Verkäuferin steht daneben, versucht, das eine oder andere Modell gleicher Machart und in gleicher Farbe von der Kleiderstange anzupreisen. Dieses hier wäre etwas schlanker geschnitten, mehr auf Taille. Das andere etwas kürzer, es würde mehr Bein zeigen. Die Kundin ist aber von dem, was sie trägt, sehr angetan. „Ach, der ist doch irgendwie … witzig!“ Die Verkäuferin stimmt ihr zu, dass ihr der graue Bademantel wirklich ausgezeichnet stehen würde.

Legales Nichtstun

Das Flugzeug  kommt mit einer halben Stunde Verspätung an. Dementsprechend spät fliegt es auch wieder ab.

Beim Arzt ist die Wartezeit dieses Mal besonders lange. Zeitschriften liegen aus, es ist eine Gelegenheit, sie zu lesen.

Der Akku vom Laptop ist leer, das Kabel vergessen. Eigentlich war es geplant, das Wochenende am nächsten Projekt zu arbeiten.

Die Freundin, mit der man sich verabredet hat, hat Verspätung. Sie ruft nicht an und ist nicht erreichbar.

Der Reifenwechsel am Auto dauert länger als geplant. Im Büro der Werkstatt gibt es aber einen Kaffeeautomaten.

Der Zug hat wegen eines Oberleitungsschadens eine so große Verspätung, dass der Anschluss nicht mehr erreicht wird und der nächste Zug genommen werden muss.

Es ist Stau auf der Autobahn. Schrittweise geht es voran. Der Navi fragt: „Soll in den zu-Fuß-Modus umgeschaltet werden?“

Was bringt es, sich darüber aufzuregen. Es ändert nichts an der Situation. Lieber die geschenkte Zeit genießen.