Rohrohrzucker. Fairtrade, Light Muscovado. „Excellent for Muffins, Brownies, Cookies.“ Das klingt gut. Sie nimmt eine Packung aus dem Regal, schluckt kurz, als sie den Preis sieht. Ach, egal! Ist ja für Salzkaramell-Shortbread, das sie backen will. Das Rezept klingt einfach unwiderstehlich. Und Feinkostgeschäfte haben nun mal ihren Preis.

Fleur de sel. Eigentlich könnte es auch einfach nur normales Salz sein, das auch ins Shortbread gegeben wird. Aber sie liebt diesen Moment, auf ein größeres zartes Salzkorn zu beißen. Aber Preise sind das! Sie entscheidet sich für Fleur de sel aus der Camargue. Das ist noch erschwinglich und entspricht genau den Kriterien, die sie mag.

Sahne Toffees. Sie nimmt ihre Lieblingssorte, die es schon früher gegeben hat. Diese gelb-weiß gestreiften mit der Kuh drauf, die immer aus Polen kamen. „In Handarbeit geschnitten und gewickelt.“ steht auf der Tüte. Wie mag man das nur korrekt vergüten? Der Preis ist ja moderat und nicht überteuert, so wie manches – vermutlich mit dem silbernen Teelöffel gesammelte – Salz. Sie dreht die Tüte um. „Hergestellt in der EU für …“ darauf folgt eine GmbH mit deutscher Adresse. Ob die Toffees immer noch aus Polen kommen, dort in Handarbeit geschnitten und in die zwei Schichten Papier eingepackt werden? Kaum vorstellbar, dass das betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.

Automatisch wandert ihr Blick auf die Zutatenliste. Milch, Glukose, Sahne, Butter, Aroma – die zu erwartenden Inhaltsstoffe. Darunter der Hinweis „Ungeöffnet mindestens haltbar bis/“, nun folgt der Text in Französisch, Italienisch und Englisch – und dann das Datum. Alles in Ordnung, die Toffees sind frisch und noch ein Jahr essbar. Eigentlich erstaunlich bei den natürlichen Zutaten und ohne Konservierungsstoffe. Sie legt die Tüte in den Einkaufskorb, bezahlt und vergisst das Gelesene.

Zuhause angekommen, legt sie ihre Einkäufe auf den Küchentisch. Gebacken wird erst am Wochenende. Bei den Toffees stutzt sie: Ungeöffnet mindestens haltbar bis. Ungeöffnet … Befinden sich die Bonbons in einer besonderen Atmosphäre, dass sie sich „ungeöffnet“ so lange halten? Sie befühlt die Tüte. Nein, hinten ist sogar ein kleines Loch gestanzt, das die Umgebungsluft hineinlässt. Mhh, die sind lecker. Und sie braucht eh nur 150 von den 250 Gramm. Ein oder zwei Toffees kann sie ja jetzt essen. Und dann nascht sie doch ein drittes und viertes. Herrlich, dieses knisternde, leicht gewachste Papier, in das die köstlichen Brocken einwickelt sind. Jetzt aber genug, sonst fehlt etwas von der Kekszutat. Ungeöffnet mindestens haltbar bis. Würden sich die Toffees – jetzt, nachdem die Tüte geöffnet ist – nicht mehr so lange halten?

In den folgenden Tagen verringert sich der Tüteninhalt sichtlich. Die 150 für das Rezept benötigten Gramm sind unterschritten. Beim letzten Bonbon, das sie fast schon schuldbewusst, aber mit Genuss verschmaust, versteht sie, was mit dem Haltbarkeitsdatum gemeint ist.

Eine Antwort auf „“

  1. Hm! Lecker! Soo lecker!
    Da pfeiff doch einer auf die Kekse!
    Eine wirklich apetitanregende Geschichte, und zwar so apetitanregend, dass das Bild dieser Super Bonbons vor meinen Augen einfach n i c h t verschwinden will!

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