Verzückt dreht und wendet sich eine Frau vor dem großen Spiegel eines Luxuskaufhauses. Ihr puppenhaftes Aussehen lässt den vermutlich häufigeren Besuch bei einem so genannten Schönheits-Chirurgen ahnen und Ihr wirkliches Alter offen. Das Kleidungsstück, das sie anprobiert, scheint wichtig für ihr Aussehen zu sein. Sie wiegt ihre Hüften vor und zurück, macht mit ihren aufgespritzten Lippen einen Kussmund, kneift die Augen zusammen, stößt Laute der Zufriedenheit aus. Dann öffnet sie das Kleidungsstück, schließt es wieder und versucht krampfhaft, sich über die Schulter von hinten zu betrachten. Sie verwuschelt ihr kurzes Haar, hält es kurz in beiden Händen und lässt es dann wieder glatt hängen.

Eine geduldige Verkäuferin steht daneben, versucht, das eine oder andere Modell gleicher Machart und Farbe von der Kleiderstange anzupreisen. Dieses hier wäre etwas schlanker geschnitten, mehr auf Taille. Das andere etwas kürzer, es würde mehr Bein zeigen. Die Kundin ist aber von dem, was sie trägt, sehr angetan. „Ach, der ist doch irgendwie … witzig!“

Die Verkäuferin stimmt zu, dass ihr der graue Bademantel wirklich ausgezeichnet stehen würde.

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